Die Beobachtung aus der Praxis
Wir setzen denselben Assistenten in einem KMU mit 60 Personen ein. Drei Monate später sehen wir uns die tatsächliche Nutzung an.
Der Geschäftsführer nutzt ihn 4-mal pro Woche, durchschnittlich 8 Minuten pro Sitzung, für übergreifende Synthesen. Die mittlere Führungskraft 2-mal pro Tag, durchschnittlich 3 Minuten, zur Vorbereitung ihrer Termine. Der operative Mitarbeiter 15-mal pro Tag, durchschnittlich 90 Sekunden, für präzise Mikrofragen.
Drei Rhythmen, drei erwartete Antwortformate, drei Fehlertoleranzen. Und ein einziger Assistent, standardmäßig für niemanden konfiguriert.
Die KI der Geschäftsführung
Sucht: den Trend, den Widerspruch, das schwache Signal. “Stellen wir besser in Rechnung als vor zwei Jahren?” “Welche Kunden sind toxisch geworden?” “Welche vergangene Entscheidung hat nicht funktioniert?”
Toleriert: eine lange, argumentierende Antwort mit Nuancen.
Toleriert nicht: dass man ihre Zeit mit unsicheren Zahlen verschwendet. Für eine Geschäftsführung ist eine “zu 80 % richtige” Antwort eine schlechte Antwort.
Die KI der Führungskraft
Sucht: die Vorbereitung. “Zusammenfassung der letzten drei Gespräche mit diesem Kunden”, “Synthese der Entwicklung dieses Vorgangs”, “Anstehende Termine”.
Toleriert: eine knappe Stichpunkt-Antwort mit Zahlen.
Toleriert nicht: dass man dreimal umformulieren muss. Die Führungskraft will ein Ergebnis bei der ersten Formulierung.
Die KI des operativen Teams
Sucht: die präzise Antwort. “Wie ist das Zahlungsziel dieses Kunden?” “Wo ist das Angebot vom 12. März?” “Wie ist die Vorgehensweise für diesen Fall?”
Toleriert: eine einzeilige Antwort mit Link zur Quelle.
Toleriert nicht: das Abschweifen. Drei Zeilen Kontext vor der Antwort sind drei Zeilen zu viel.
Wie man für alle drei konfiguriert
Drei praktische Optionen in Reihenfolge steigender Komplexität:
- Ein einziger Assistent, drei Personas im System-Prompt. Der Nutzer wählt seine Persona beim Öffnen des Gesprächs. Funktioniert gut bis 30 Personen.
- Drei separate Assistenten, dieselben Quellen, unterschiedliche Prompts. Jeder sieht seinen in seiner Oberfläche. Funktioniert gut bis 200 Personen.
- Drei Assistenten, drei Teilmengen von Quellen, drei Prompts. Der Geschäftsführer hat Zugriff auf HR, der operative Mitarbeiter nicht. Über 200 Personen ist das die einzige tragfähige Option.
Die schlechteste Wahl: ein einziger Assistent, ein einziger Prompt und die Hoffnung, “dass er sich von selbst anpasst”. Er passt sich nie an.
Sehen Sie, wie sich diese Prinzipien in einer 20-minütigen Demo an einem Ihrer echten Dokumente umsetzen lassen.
Demo buchen→